M Ř X Ž M

Dies ist keine geheime Formel, sondern die Kurzform der Reise auf der Kunstroute „Neue Artefakte am Niedergermanischen Limes“ (Von Moers mit dem Rad nach Xanten und mit dem Zug zurück nach Moers) am Samstag den 24. Juli 2021.

Ich muss zugeben, einige Bedenken hatte ich schon wegen der fast 50 Kilometer langen Radtour. Würde ich es schaffen das Ziel zu erreichen? Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Wir starteten am Hotel Van der Valk in Moers, da es dort möglich ist E-Bikes auszuleihen. Von dort waren es erst einmal ca. 5 km bis zum Startpunkt in Moers Asberg, wo uns ein Würfelspiel und eine Collage erwarteten. Ich war erstaunt, wie viele Wörter und Zeichen auf die Zeit der Römer zurückzuführen sind. Außerdem dort zu sehen: ein Druck und ein Objekt zum Thema Währung  gestern und heute, eine Büste zu den Gräben in Krefeld Gellep, sowie ein „Schuh“, der das Unverrottbare heutiger Materialien thematisiert.

Weiter ging es über die Römerstraße nach Moers Hochstraß. Dort diskutierten wir über die fragende Behauptung der Künstlerin: „Und Cäsar war doch hier!?“ mit Teilnehmern der Geocaching Tour, die wir dort zufällig trafen. Drucke und ein Lorbeerkranz aus Kupfer werden gezeigt, wobei sich der Kranz durch die Eingrabung verändert hatte und neu zusammengesetzt werden musste. Ein erstes kleines Päuschen gönnten wir uns auf der Bank vor der Arbeit „Macht“, bevor wir uns auf den weiteren Weg machten.

Der erste Teil der Strecke führte über die Römerstraße bei mäßigem Verkehr. Nach Querung der Verbandsstraße befuhren wir einen angenehm ruhigen, asphaltierten Weg mit vielen Bäumen und Feldern. Nach ca. 6 Kilometern, an denen wir auch an kleinen Seen vorbei kamen, erreichten wir die ersten Häuser von Budberg. Wir hielten vor einem Foto, auf dem schemenhaft ein Schädel zu sehen war und ein Gemälde zu römischer Architektur und römischem Leben. Ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite stehen Vitrinen mit Objekten; keramische Fragmente, die mit tatsächlicher oder erfundener Zuordnung spielen und ein Stück Haut mit Gesetzestexten von gestern und heute. Leider konnten wir diese nur undeutlich sehen, da der Zugang über die Checkkarte zu diesem Raum defekt war.

Die 3 Kilometer zum nächsten Kunstort nach Rheinberg waren schnell überwunden und meine Bedenken wegen der Länge der Strecke schwanden. Der Himmel war inzwischen bedeckt, aber nach Regen sah es nicht aus. Angekommen am Stadthaus Rheinberg fanden wir dort Glasarbeiten in verschiedenen Techniken. Inzwischen war es 13 Uhr geworden und wir kehrten zu einer ausgiebigen Pause in der örtlichen Eisdiele ein. Nach einer Stärkung und einem weiteren Halt in Rheinberg, bei dem wir zwei Gemälde betrachteten, ging es weiter entlang des alten Rheines. In Rheinberg Ossenberg entdeckten wir, da das Tor offen stand, den schönen Innenhof von Schloss Ossenberg.

Weiter ging es an Kopfweiden und blumenbegrenzten Feldern vorbei über Borth nach Menzelen Ost. Dort in den Fenstern der Volksbank zeigen kleine Objekte den Hahn als Figur der Römer. An frühen römischen Siedlungsstädten gab es archäologische Funde von Hahnfiguren.

Die Forschung fand heraus, dass sie Opfergaben an die Göttin Arcanua waren oder auch Grabbeigaben als tapfere Begleiter ins Totenreich. Ein paar Meter weiter war ein Weihestein zu Ehren einer Göttin zu sehen, sowie ein textiles Objekt, das von dem Castellum zwischen Rhein und Waal erzählt.

Noch 3 Stationen hatten wir auf unserer Reise vor uns, als wir Menzelen Ost verließen und uns auf den Weg Richtung Bislicher Insel machten. Am Rheindeich entlang erwischten uns ein paar Regentropfen, als wir zu den Wasserbüffeln kamen. Kurz danach erreichten wir das RVR Naturforum. An einer Schautafel mit Linolschnitten von Früchten erfuhren wir, welche Pflanzen die Römer einst zu uns brachten. Wir entdeckten auf einem Sockel kämpfende Gladiatoren und eine Plastik, die Antinous darstellt, den Liebling des Kaisers Hadrian.
Nun war es nicht mehr weit bis nach Xanten. Wir machten uns auf den Weg zum DreiGiebelHaus, in dem uns drei weitere „Artefakte“ erwarteten. Heute gebräuchliche Flaschenverschlüsse erinnerten uns an eine römische Rüstung. Es gab einen Streitwagen mit dem Titel „Vorhut“, und auf einem Gitarrenhals standen kleine Figuren wie Ruderer auf alten Gallionsschiffen mit dem Namen „Neue Sklaven“.

Die letzten beiden Orte hielten Gemälde für uns bereit, eine durch das Eingraben zerstörte Landschaft mit Foto vom ihrem Originalzustand, ein Triptychon mit dem Titel „Tabulae ceratae“ und eine Arbeit, die beidseitig bearbeitet wurde und vom langen Weg gestern und heute erzählt. Sechs Dodekaeder aus verschiedenen Materialien erweckten unser Interesse sowie drei Masken aus alten und heutigen Materialien.

Mit den Fahrrädern am Bahnhof angekommen, warteten wir noch eine halbe Stunde auf den Zug und konnten vor und während der Fahrt über das Gesehene plaudern. Alle Teilnehmer hatten die Fahrt sehr genossen und mit dem E-Bike gut bewältigt. Nach Ankunft am Bahnhof Moers stand uns nur noch die kurze Strecke zum Hotel Van der Valk bevor, die wir spielend hinter uns brachten.
Mein Fazit: Ein toller Tag in freier Natur mit etwas sportlicher Betätigung und vielen interessanten, fantasieanregenden Objekten.
Gudrun Kleffe

Veröffentlicht von tanedikunst

Wir sind eine Künstler*innen vereinigung vom Niederrhein. Fotografie, Grafik, Glas-Kunst, Malerei und Textilkunst gehören ebenso zu unseren Schaffensgebieten wie Installationen, Objekte und Skulpturen

2 Kommentare zu „M Ř X Ž M

  1. Wow, super geschrieben und mitgenommen! Das macht neugierig! Wenn es zeitlich passt bin ich beim nächsten mal gerne dabei.

    Liebe Grüße Simone

    > Gesendet: Dienstag, 27. Juli 2021 um 09:25 Uhr

    Gefällt 1 Person

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