Kleine Nachlese

Wir hatten das Vergnügen, Sie für elf Wochen mit auf eine Reise durch die
Zeit zu nehmen und Ihnen zwischen Asciburgium und Castra Vetera mehr als

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Kunstwerke zu zeigen, die sich inhaltlich auf die Zeit der Römer in unserer niederrheinischen Region bezogen. Am sechzehnten Mai vergruben wir die „Neuen Artefakte“ im Tunnelgewölbe des Grafschafter Museums im Schloss Moers in der Erde. 

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Tage später erblickten sie wieder das Licht der Welt. Auf einer dann            folgenden abwechslungsreichen Ausstellungsroute hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, auf Entdeckungsreise zu gehen. Mit dem Rad oder dem Auto war die Strecke gut zu bewältigen. Dann kam

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Tage nach Eröffnung der Ausstellung die erfreuliche Nachricht:
Das Unesco-Welterbekomitee hatte den Niedergermanischen Limes zum

Weltkulturerbe

ernannt. Das hat uns natürlich sehr gefreut, denn das war ein wesentlicher Grund für die Durchführung dieses Projektes. Das gesuchte Wort, das während der Entdeckungsreise zu finden war und sich aus den an den Objekten befindlichen  Buchstaben  zusammensetzen ließ, passte zu

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Prozent zu den Nachrichten, die am 27. Juli durch die Presse gingen. Es hieß ebenfalls

Weltkulturerbe.

Inzwischen wurden die Gewinner der Ausstellungsroute gezogen. Der LVR-Archäologische Park in Xanten lädt sie ein zu einer weiteren Begegnung mit den Römern am Niederrhein ein. In den nächsten Tagen erhalten sie Post. Wir bedanken uns recht herzlich für die Preise zu unserem kleinen Spiel beim APX und wünschen den Gewinnern viel Vergnügen.

Allen Besuchern unserer Kunstroute danken wir für ihren Besuch.

Sollte es Ihnen gefallen haben und Sie möchten die Werke noch einmal zusammen

sehen, dann gibt es demnächst  die Gelegenheit dazu.

Wir melden uns …

M Ř X Ž M

Dies ist keine geheime Formel, sondern die Kurzform der Reise auf der Kunstroute „Neue Artefakte am Niedergermanischen Limes“ (Von Moers mit dem Rad nach Xanten und mit dem Zug zurück nach Moers) am Samstag den 24. Juli 2021.

Ich muss zugeben, einige Bedenken hatte ich schon wegen der fast 50 Kilometer langen Radtour. Würde ich es schaffen das Ziel zu erreichen? Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Wir starteten am Hotel Van der Valk in Moers, da es dort möglich ist E-Bikes auszuleihen. Von dort waren es erst einmal ca. 5 km bis zum Startpunkt in Moers Asberg, wo uns ein Würfelspiel und eine Collage erwarteten. Ich war erstaunt, wie viele Wörter und Zeichen auf die Zeit der Römer zurückzuführen sind. Außerdem dort zu sehen: ein Druck und ein Objekt zum Thema Währung  gestern und heute, eine Büste zu den Gräben in Krefeld Gellep, sowie ein „Schuh“, der das Unverrottbare heutiger Materialien thematisiert.

Weiter ging es über die Römerstraße nach Moers Hochstraß. Dort diskutierten wir über die fragende Behauptung der Künstlerin: „Und Cäsar war doch hier!?“ mit Teilnehmern der Geocaching Tour, die wir dort zufällig trafen. Drucke und ein Lorbeerkranz aus Kupfer werden gezeigt, wobei sich der Kranz durch die Eingrabung verändert hatte und neu zusammengesetzt werden musste. Ein erstes kleines Päuschen gönnten wir uns auf der Bank vor der Arbeit „Macht“, bevor wir uns auf den weiteren Weg machten.

Der erste Teil der Strecke führte über die Römerstraße bei mäßigem Verkehr. Nach Querung der Verbandsstraße befuhren wir einen angenehm ruhigen, asphaltierten Weg mit vielen Bäumen und Feldern. Nach ca. 6 Kilometern, an denen wir auch an kleinen Seen vorbei kamen, erreichten wir die ersten Häuser von Budberg. Wir hielten vor einem Foto, auf dem schemenhaft ein Schädel zu sehen war und ein Gemälde zu römischer Architektur und römischem Leben. Ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite stehen Vitrinen mit Objekten; keramische Fragmente, die mit tatsächlicher oder erfundener Zuordnung spielen und ein Stück Haut mit Gesetzestexten von gestern und heute. Leider konnten wir diese nur undeutlich sehen, da der Zugang über die Checkkarte zu diesem Raum defekt war.

Die 3 Kilometer zum nächsten Kunstort nach Rheinberg waren schnell überwunden und meine Bedenken wegen der Länge der Strecke schwanden. Der Himmel war inzwischen bedeckt, aber nach Regen sah es nicht aus. Angekommen am Stadthaus Rheinberg fanden wir dort Glasarbeiten in verschiedenen Techniken. Inzwischen war es 13 Uhr geworden und wir kehrten zu einer ausgiebigen Pause in der örtlichen Eisdiele ein. Nach einer Stärkung und einem weiteren Halt in Rheinberg, bei dem wir zwei Gemälde betrachteten, ging es weiter entlang des alten Rheines. In Rheinberg Ossenberg entdeckten wir, da das Tor offen stand, den schönen Innenhof von Schloss Ossenberg.

Weiter ging es an Kopfweiden und blumenbegrenzten Feldern vorbei über Borth nach Menzelen Ost. Dort in den Fenstern der Volksbank zeigen kleine Objekte den Hahn als Figur der Römer. An frühen römischen Siedlungsstädten gab es archäologische Funde von Hahnfiguren.

Die Forschung fand heraus, dass sie Opfergaben an die Göttin Arcanua waren oder auch Grabbeigaben als tapfere Begleiter ins Totenreich. Ein paar Meter weiter war ein Weihestein zu Ehren einer Göttin zu sehen, sowie ein textiles Objekt, das von dem Castellum zwischen Rhein und Waal erzählt.

Noch 3 Stationen hatten wir auf unserer Reise vor uns, als wir Menzelen Ost verließen und uns auf den Weg Richtung Bislicher Insel machten. Am Rheindeich entlang erwischten uns ein paar Regentropfen, als wir zu den Wasserbüffeln kamen. Kurz danach erreichten wir das RVR Naturforum. An einer Schautafel mit Linolschnitten von Früchten erfuhren wir, welche Pflanzen die Römer einst zu uns brachten. Wir entdeckten auf einem Sockel kämpfende Gladiatoren und eine Plastik, die Antinous darstellt, den Liebling des Kaisers Hadrian.
Nun war es nicht mehr weit bis nach Xanten. Wir machten uns auf den Weg zum DreiGiebelHaus, in dem uns drei weitere „Artefakte“ erwarteten. Heute gebräuchliche Flaschenverschlüsse erinnerten uns an eine römische Rüstung. Es gab einen Streitwagen mit dem Titel „Vorhut“, und auf einem Gitarrenhals standen kleine Figuren wie Ruderer auf alten Gallionsschiffen mit dem Namen „Neue Sklaven“.

Die letzten beiden Orte hielten Gemälde für uns bereit, eine durch das Eingraben zerstörte Landschaft mit Foto vom ihrem Originalzustand, ein Triptychon mit dem Titel „Tabulae ceratae“ und eine Arbeit, die beidseitig bearbeitet wurde und vom langen Weg gestern und heute erzählt. Sechs Dodekaeder aus verschiedenen Materialien erweckten unser Interesse sowie drei Masken aus alten und heutigen Materialien.

Mit den Fahrrädern am Bahnhof angekommen, warteten wir noch eine halbe Stunde auf den Zug und konnten vor und während der Fahrt über das Gesehene plaudern. Alle Teilnehmer hatten die Fahrt sehr genossen und mit dem E-Bike gut bewältigt. Nach Ankunft am Bahnhof Moers stand uns nur noch die kurze Strecke zum Hotel Van der Valk bevor, die wir spielend hinter uns brachten.
Mein Fazit: Ein toller Tag in freier Natur mit etwas sportlicher Betätigung und vielen interessanten, fantasieanregenden Objekten.
Gudrun Kleffe

Ausgrabung im Grafschafter Museum

am 04. Juli 2021

An diesem Tag werden die am 16. Mai 2021 eingegrabenen Werke wieder das Tageslicht erblicken. Alle Kunstobjekte sind zur Projekteröffnung im Schloss zu sehen bevor sie auf die Reise zu ihren Ausstellungsorten entlang der früheren Rheinlinie gehen. Ab dem 6. Juli ist eine Besuchstour am Niederrhein mit dem Auto oder dem Fahrrad möglich.

Grabung am Museumstag

Auch wenn Mitte Mai das Aprilwetter seine breite Palette über Moers ausschüttete:
Uns konnte das beim ersten Höhepunkt unseres Limesprojekts überhaupt nicht stören. Dank der Museumsleitung des Moerser Schlosses war der Ort der Veranstaltung klug unter einem alten Tonnengewölbe ausgesucht und eine Menge Erdreich dort aufgeschüttet worden Das Datum für unsere Kunstaktion war eigens wegen des internationalen Museumstags ausgewählt worden.

Um beim folgenden Event erfolgreich zu sein, brauchte es zunächst mehrere Schüppen und Spaten, einen Zollstock und zwei Peilstäbe, natürlich auch Personal in Form von Künstlerinnen der Tanedi-Gruppe; weitere Helfer der übrigen Teilnehmergruppen kamen im Laufe des Tages hinzu.

Außerdem mussten alle von den Künstlern und Künstlerinnen für das Projekt geschaffenen Artefakte zur Grabungsstelle herbeigeschafft werden. Gudrun Kleffe hatte einen genauen Grabungsplan vorbereitet – das gesamte Fundareal erstreckt sich über etliche Quadratmeter.

Während die ersten Eingrabungen durch uns Künstlerinnen stattfanden und die Fundstellen markiert wurden, besuchte uns die Presse. Da die Öffentlichkeit an unserer künstlerischen Aktion nicht direkt teilhaben konnte, gewinnen die Medien umso mehr an Bedeutung, unser kulturelles Leben transparent zu machen.

Am Nachmittag war das Eingraben der Artefakte – unser erstes Projekt-Highlight – beendet und hinterließ bei den Beteiligten einen bleibenden Eindruck.

Margareta Detering

Kunsttransit

Am 16. Mai 2021, dem Tag des offenen Museums, werden die Objekte unseres Projektes im Grafschafter Museum „Schloss Moers“ in die Erde eingebracht.

Schon ein paar Tage vorher wurden die Werke im Zwischenlager verpackt und am Schloss angeliefert. Dort warten sie nun auf das bevorstehende Ereignis.

Zu unserer Freude stellten wir fest, dass die Arbeiten in historischen Gemäuern einen Platz zum Ruhen finden werden.

Wir danken der Museumsleitung Diana Finkele für diesen außergewöhnlichen Ort und ihr Engagement zu unserem Projekt.

Wir freuen uns Sie am 16. Mai 2021 zum Einbetten der Kunstwerke im Grafschafter Museum im Schloss Moers zu begrüßen, denn zum Internationalen Museumstag am Sonntag ist das Museum wieder geöffnet.

Bitte telefonisch anmelden (auch kurzfristig möglich!), der Eintritt ist frei.

Anmeldung Telefon: 02841 881510

Informationen hierzu finden Sie unter:

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Grafschafter Museum

Alea iacta est – die Würfel sind gefallen

Unser Limes-Projekt macht Fortschritte! Alle von den 24 beteiligten Künstlern und Künstlerinnen angefertigten Kunststücke sind inzwischen eingetroffen und im Atelier von Simone Jacobsen in Moers fachkundig aufgestellt worden. Am Montag den 12. April besuchte  Dr. Stephan Mann, unser Kurator für das Limes-Projekt und Direktor des Museum Goch, das Atelier. Zusammen mit Simone Jacobsen und Margareta Detering wurden alle Arbeiten einzeln in Augenschein genommen und besprochen.

Dabei wurde wieder deutlich, wie abwechslungsreich und vielschichtig die Werke sind; nicht nur im Material, sondern in dem jeweils eigens ausgesuchten Thema und dem damit verbundenen persönlichen Ausdruck. Alle Werke wurden für das Projekt angenommen.

Ursprünglich war vorgesehen, alle Werke Mitte Mai im Moerser Schlosshof einzugraben. Es bietet sich jetzt an, einige gerahmte Arbeiten davon auszunehmen. Sie sollen nach dem kurzfristig in der Erde stattfindenden Zersetzungsprozess der übrigen Artefakte als Ergänzung und Gegenüberstellung in der später stattfindenden Ausstellung mit einbezogen werden. Eine spannende Angelegenheit – Gegenwart und Vergänglichkeit so zeitnah beieinander zu haben!

Margareta Detering, 14. April 2021

Ein Projekt – Drei Kunstvereine

Tanedi kooperiert mit GKK und Kunst in Millingen

Veranstaltungszeitraum Juli und August 2021

Von den Mitgliedern der Tanedi-Kunst in Leben gerufen, fand die geplante Kunstroute zwischen Moers und Xanten auch andere Liebhaber. Künstler*innen der Gemeinschaft Krefelder Künstler und der Vereinigung Kunst in Millingen aus den Niederlanden gesellten sich zu den Teilnehmern.

Die Kunstroute nimmt ihren Anfang mit einer Präsentation in Schloss Moers und wird anschließend zwischen den Städten Moers und Xanten an ausgewählten Orten zu sehen sein.

Zu diesem Ausstellungspfad wird eine Geocaching-Tour erstellt, die unter www.geocaching.com ab Juni 2021 zu finden ist. Beim jeweiligen Kunstwerk findet der Besucher die Koordinaten des nächsten Ausstellungsortes. Die Strecke, auf der die Objekte ausgestellt sind, beträgt ungefähr 50 km. Sie kann mit dem PKW oder als Tagestour für Besucher mit dem Rad befahren werden. Die Unterteilung der Strecke in kürzere Abschnitte ist möglich.

Neue Artefakte – eine Kunsttour

Menschen haben mit ihren Kulturgütern zu jeder Zeit ihre Spuren hinterlassen. Diese sind buchstäblich im Erdreich versunken, Schicht um Schicht, haben neuen Zeiten und Kulturen Platz gemacht. Durch größere Erdbewegungen und gezielte Grabungen der Archäologen kommen sie dann irgendwann wieder ans Tageslicht: Artefakte, die Zeugnis geben über  Kulturen und das Leben der Menschen vergangener Epochen.

Welche Spuren finden wir aus vergangenen Zeiten? Was sagt uns Versunkenes oder Wiedergefundenes, wozu inspirieren uns Funde oder Texte unserer Vorfahren? Wie sehen wir diese Dinge aus heutiger Sicht? Und letztendlich interessiert auch die Frage: Was hat die Zeit mit ihnen oder aus ihnen gemacht? Künstler*innen aus der Region wollen diesen spannenden Aspekten am geschichtsträchtigen niedergermanischen Limes nachgehen: Im Frühling werden ihre zum Thema gefertigten Arbeiten vergraben, die Anfang Juni 2021 als Artefakte wieder geborgen und dann an ausgesuchten Orten entlang des Limes auf einer Kunstroute zu sehen sind. 

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